Groove Agents - Sieger Hessen Rockt II

15:28 Uhr » Autor Arne 

Groove_Agents_neu.jpgDie unumstrittenen Sieger bei Hessen Rockt II waren die Groove Agents aus Heusenstamm. Sie setzten sich am 24. März 2007 beim Finale im Südbahnhof gegen Celebration, Stage Diva und Hank Cash durch und begleiteten in den folgenden Monaten die Frankfurter Rundschau auf Konzerten und Events. Hier berichten sie aus ihren Erfahrungen als Sieger bei Hessen Rockt.

Ein gutes halbes Jahr nach dem Sieg bei Hessen Rockt hatten die Groove Agents viele neue Kontakte, jede Menge Spaß und haufenweise neue Kontakte. „Wirklich fantastisch war der Auftritt beim Hessentag in Butzbach. Wir haben noch nie zuvor in einer so luxuriösen Umgebung gespielt. Der Backstage-Raum war größer als viele Bühnen, auf denen wir vorher aufgetreten sind“, berichtet der Keyboarder Felix mit leuchtenden Augen. Und auch Martin, der Gitarrist, ist heute noch begeistert. „Ich habe an dem Tag meine Gitarre von einem Helfer stimmen lassen – und die Instrumente haben wir auch nicht selbst ausgeladen.“

Zu diesem Rundum-Verwöhn-Programm für die Band kam dann noch ein mehr als gelungener Auftritt. „Da hat einfach alles gepasst“, erinnert sich die Sängerin Katrin. „Die Stimmung war klasse und obwohl wir einen Gig der No Angels als Konkurrenz hatten, waren etwa 3000 Leute bei uns. Ein tolles Publikum und ein echt gelungener Abend. Das waren tolle Gigs mit der Frankfurter Rundschau.“

Aber auch abgesehen von guten Auftritten habe die Teilnahme bei Hessen Rockt die Karriere der Band beflügelt. „Viele Agenturen kamen auf uns zu und sagten, dass sie über Hessen Rockt auf uns aufmerksam geworden seinen, dass sie Anzeigen in der Frankfurter Rundschau gesehen, Artikel gelesen oder die Live-Übertragung des Finales im Südbahnhof gesehen hätten“, sagt Felix.

Im Zuge dessen können sich die Groove Agents heute besser vermarkten, die Gage ist gestiegen und die Zahl der Auftritte nahm zu. Abgesehen davon, dass in den gut sechs Monaten mehr als zehn Auftritte über die Frankfurter Rundschau vermittelt wurden, sei auch die Zahl der Auftritte, die der Band direkt angeboten wurden, in die Höhe geschnellt.

„Auch intern hat uns der Sieg eine Menge gebracht“, betont der Drummer Felix. Da sei der Pokal der „besten Coverband Hessens“, der im Proberaum einen Ehrenplatz bekommen hat, nur ein kleiner Teil. „Wir wurden dazu motiviert, noch viel professioneller zu sein, unser Repertoire zu erweitern und das Programm von einer guten halben Stunde auf mehr als zwei Stunden auszudehnen.“

Eine aus der Sicht der Band etwas unerfreulichere Episode hat sich in der Zwischenzeit allerdings auch ereignet: Christobal, einer der drei Sänger, hat die Band verlassen, um sein Glück bei der Casting-Show „Popstars“ (Pro7) zu versuchen. „Wir wollen seine Entscheidung gar nicht großartig kommentieren“, sagt der Keyboarder Felix. Aber die Band habe sich dazu entschieden, ohne Christobal weiter zu machen, als er ihnen seine Entscheidung für die Popstars-Show mitgeteilt hatte. „Das ist ja auch eine Marketing-Frage. Wir werben mit elf Musikern und sind dann nur noch zehn, das wirft unangenehme Fragen auf“, sagt Drummer Felix. Deshalb verließ Christobal offiziell die Groove Agents – ohne zu wissen, wie weit er bei den Popstars kommen würde. Zum Zeitpunkt dieses Interviews, also Mitte Oktober, ist Christobal immer noch dabei und kämpft sich durch die Selektionen. „Wir haben uns noch keine Gedanken darum gemacht, was passieren würde, wenn er bei den Popstars scheitern sollte. Aber eine Rückkehr zu den Groove Agents ist von unserer Seite nicht prinzipiell ausgeschlossen. Sag’ niemals nie“, so der Keyboarder. Denn es sei schwer, einen Sänger zu ersetzen. Zumindest schwerer, als einen Musiker auszutauschen. „Das liegt nicht daran, dass es nicht viele gute Sänger gebe, aber jeder hat seinen eigenen Charakter. Jeder Drummer kann Jamiroquai spielen, aber nicht jeder Sänger kann Jamiroquai singen“, sagt der Drummer Felix.

Beim nächsten Wettbewerb von Hessen Rockt werden die Groove Agents nicht mehr auf der Bühne stehen. „Das ist ein Titel, den man nur einmal holen kann. Danach kann man eigentlich nur verlieren“, kommentiert Gitarist Martin. Aber er könne allen Band empfehlen, sich bei dem Wettbewerb anzumelden. Doch was muss man tun, um zu gewinnen? „Nicht zu selbstsicher sein und sich selbst nicht zu ernst nehmen“, rät Katrin. Denn jeder Gig bei Hessen Rockt sei etwas Besonderes und ganz anders als alle anderen Bühnenerfahrungen. „Da darf man nicht einfach ein gut einstudiertes Programm abspulen, man muss Emotionen zeigen und sich selbst ständig verbessern“, setzt sie hinzu. Ausschlaggebend seien Programm und Performance gleichermaßen. „Fast jede Coverband spielt ,Let Me Entertain You´ von Robbie Williams. Da sollte man sich als Band doch mal Gedanken machen, was man sonst noch so spielen kann“, meint Keyboarder Felix. Dazu käme dann, dass man zwar kreativ covern, seinem Band-Stil aber trotzdem treu bleiben sollte. „Robbie Williams als Punkrock-Song wäre da irgendwie am Thema vorbei.“ Mit diesen Tipps von den diesjährigen Siegern, so zusagen den alten Hasen, sollte die Teilnahme an der Live-Runde bei Hessen Rockt Teil 3 ja wohl kein Problem mehr sein…
Arne Löffel

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