Zeit zum Durchatmen bleibt nicht

09:55 Uhr » Autor Arne 

S_1_DSC_0635.jpgNur wenige Tage sind vergangen, seitdem die Groove Agents das Finale gewonnen haben. Und schon trudeln die ersten Angebote ein – dabei sollte doch eigentlich erst einmal Erholung auf dem Programm der elf Musiker stehen.

„Als ich am Samstagmorgen nach dem Finale aufgestanden bin und gemerkt habe, der Wettbewerb ist jetzt vorbei, bin ich erst mal in ein Loch gefallen“, sagt Felix Reble. Er ist Schlagzeuger der Groove Agents. Sie sind die Sieger der diesjährigen Runde von „Hessen rockt“, dem Cover-Band-Wettbewerb der Frankfurter Rundschau. „In den vergangenen Wochen drehte sich jedes Telefonat um den Wettbewerb. Wir haben darüber gesprochen, was und wie wir es besser machen können und so weiter und so weiter. Jetzt ist schon erst mal so eine gewisse Leere da“, pflichtet ihm Felix Thoma, der Keyboarder, bei. Und auch der Gitarrist Martin Thalheim fühlt sich „ausgepowert und melancholisch“.

„Wir sind keine Schülerband!“

Dabei haben die zehn Musiker und eine Musikerin gar keine Zeit zum Durchatmen. Gleich am Donnerstag nach dem Wettbewerb steht für die Funk-, Rock- und Pop-Cover-Band aus der Gegend um Heusenstamm der erste Auftritt auf der Musikmesse an, ein zweiter Gig auf der Musikmesse folgt am Samstag. „Außerdem haben wir auch schon die ersten Anrufe von Leuten bekommen, die uns im Fernsehen entdeckt haben und uns jetzt für ihre Firmenfeier buchen wollen“, sagt Felix Reble.
Der Final-Abend im Südbahnhof sei für die Groove Agents sehr stressig gewesen, auch für Reble. „Ich war ganz schön aufgeregt. Ich bin schon bei Hank Cash wieder in die Backstage gegangen und habe mich auf den Auftritt vorbereitet. Dann, als der Moderator uns angesagt hat, wurde es schon laut im Saal.“ Sicher war da die Hoffnung, zu gewinnen. Aber mit dem Sieg gerechnet hätten die Groove Agents nicht.

„Es war für alle Bands ja schon ein Riesenerfolg, es bis ins Finale zu schaffen. Wir haben uns gar nicht mit dem möglichen Sieg beschäftigt, als wir uns angemeldet haben“, sagt Felix Thoma. Es sei vielmehr darum gegangen, überhaupt in die Live-Runde mit 40 Bands zu kommen. „Dann ging es weiter, Schritt für Schritt. Als wir im Halbfinale waren, haben wir gedacht, dass wir damit schon unser Ziel erreicht hätten. Und dann standen wir auf einmal im Finale“, erinnert sich Thoma.
Nun, nachdem die Groove Agents den Wettbewerb gewonnen haben, wollen sie erst mal mit einem Vorurteil aufräumen. „Wir sind keine Schülerband, auch wenn es uns schmeichelt, dass wir so jung geschätzt werden“, sagt Reble. Das jüngste Band-Mitglied ist der Saxophonist Gregor mit 18 Jahren, der Rest der Band ist zwischen 20 und 25 Jahre alt. Mehrheitlich studieren die Groove Agents – Betriebswirtschaft, Maschinenbau oder Chemie, absolvieren eine Lehre oder arbeiten schon ganz regulär. Einige Groove Agents sind auf dem besten Weg zum Profi-Musiker, spielen unter anderem bei der bereits überregional bekannten Band Cashma Hoody – und hier keine Cover-Songs.

„Ich kann die ganze Aufregung um Cover-Bands und die Kritik, dass wir keine richtigen Künstler seien, nicht verstehen. Bei der millionsten Interpretation von Schwanensee würde ja auch keiner den kulturellen Anspruch verleugnen“, sagt Groove-Agents-Gitarrist Thalheim, selbst auch klassischer Pianist.
Die Stammbesetzung der Siegerband spielt seit dem Jahr 2000 zusammen. Allerdings damals noch als Projekt-Band mit 22 Musikern. „Wir haben ein Musical begleitet und waren noch alle Schüler“, erinnert sich Felix Thoma, der die Band zusammentrommelte. Aus diesem Projekt gingen im Jahr 2003 die Groove Agents hervor, zum Teil mit anderen Musikern. „Unsere Frontfrau Katrin kam erst vor einem Jahr zu uns, sie hat vorher Background bei einer anderen Band gesungen“, sagt Reble.
Sehr gern erinnern sich die Groove Agents an ihr Engagement in einem Ferien-Club auf Djerba. „Da waren wir auch zum Fastnachts-Beginn im November und hatten bei improvisierten Musik-Umzügen viel Spaß mit den Gästen. Das war eine lustige Zeit“, sagt Thoma. Und auch dieses Jahr sind die Agenten im September wieder auf Djerba. Besonders freuen sich die Groove Agents, die etwa 150 Songs im Repertoire haben, auf den Auftritt beim Museumsuferfest. „Großartig ist auch der Gig am 25. April im Cocoonclub als Vorgruppe von Fancy. Da hätten wir ja sonst nie gespielt“, sagt Thalheim. Arne Löffel

Die Groove Agents live:
Samstag, 31. März, 12.40 bis 13 Uhr, Musikmesse, Halle 4.02.

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